Visual in YT Design "Boosting the EU's creative capital"

Was uns 20.000 Creator darüber verraten haben, Europas Potenziale stärker zu entfalten

Vor mehr als zwanzig Jahren startete YouTube mit einer einfachen, aber kraftvollen Idee: Jeder Mensch, egal wo, verdient eine globale Bühne. Im Jahr 2025 hat dieses kreative Ökosystem über 8,4 Milliarden Euro zum BIP der EU beigetragen und mehr als 220.000 Vollzeitarbeitsplätze gesichert.


Europas “Creator Economy” ist ein zentraler Faktor für kulturellen Einfluss und wirtschaftliche Dynamik. Unser Modell zur Umsatzbeteiligung, das YouTube-Partnerprogramm, schüttet an teilnahmeberechtigte Creator mehr als die Hälfte der Einnahmen aus, die auf ihren Kanälen generiert werden. Dieses Geld wird reinvestiert: Creator entwickeln eigene Formate, bauen die Medienunternehmen der Zukunft auf und stellen Filmeditor:innen und Kamera-Teams ein und buchen Studiokapazitäten. Dabei leistet YouTube einen wichtigen Beitrag, die europäische Kultur weltweit sichtbar und zugänglich zu machen: Über 70 % der Wiedergabezeit von Inhalten aus den EU27-Staaten stammt von Zuschauer*innen außerhalb der Region. 1

Doch viel zu oft werden Creator nicht mit einbezogen, wenn es um ihre Zukunft geht. Deshalb haben wir sie direkt gefragt.

Für unseren neuen Bericht „Creative Capital“ haben wir über 20.000 Creator aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten befragt – dazu, was bereits gut funktioniert und was sie noch bremst. Diese richtungsweisende Umfrage gibt den europäischen Creatorn aus der gesamten EU erstmals eine gemeinsame Stimme, mit der sie aufzeigen, was sie brauchen, um erfolgreich zu sein.

Ihr Feedback zeigt ein klares Bild: Die Creator als engagierte Unternehmer*innen werden von Entscheidungsprozessen, traditionellen Förderprogrammen und offiziellen Statistiken weitgehend ausgeschlossen. Unser Bericht empfiehlt daher fünf konkrete Schritte, um das kreative Potenzial Europas freizusetzen – und eine “Creator Economy” aufzubauen, die im weltweiten Vergleich an der Spitze steht.

  1. Creator in offiziellen Statistiken anerkennen: 63 % der Creator erhalten wenig bis gar keine Unterstützung im Austausch mit Behörden und staatlichen Stellen. Das zu ändern ist entscheidend, damit ihre Stimmen gehört werden und sie ihr volles Potenzial entfalten können.
  2. Branchenförderung öffnen: 64 % der Creator geben an, dass mehr Anerkennung seitens der traditionellen Medienbranche ihnen helfen würde, weiter zu wachsen. Europäische Institutionen sollten einen eigenen Förderbereich im Programm „Kreatives Europa“ einrichten und Kriterien für Branchen-Auszeichnungen so anpassen, dass Digital-First-Storytelling auf Augenhöhe mit klassischem Film und Fernsehen konkurrieren kann.
  3. In Kompetenzen investieren: 60 % der Creator berichten von unzureichender Unterstützung bei Fachschulungen und Weiterbildung. Europa sollte gezielt in den Nachwuchs investieren und Ausbildungsangebote, grenzüberschreitende Austauschprogramme sowie Praktika schaffen, die den Anforderungen der digitalen Wirtschaft entsprechen.
  4. Finanzierung und Räumlichkeiten ausbauen: 65 % der Creator haben keinen Zugang zu öffentlichen Fördergeldern, und 65 % der professionellen Creator fehlt der Zugang zu geeigneten Studioräumen. Um das zu ändern, müssen Finanzinstitute Kredite für Kleinunternehmen auch für Creator-geführte Firmen zugänglich machen. Gleichzeitig braucht es bezahlbare, gemeinsam genutzte Studio-Hubs.
  5. Offene Auffindbarkeit schützen: 83 % der Creator betonen, dass Empfehlungsalgorithmen für ihr Wachstum und ihre Einnahmen essentiell sind. 71 % warnen davor, dass eine geringere Sichtbarkeit ihre Existenz direkt bedrohen würde. Die Politik muss daher ein faires, leistungsorientiertes System sicherstellen, in dem das Publikum entscheidet, was es sehen möchte. Starre Vorgaben zur Hervorhebung einzelner Inhalte würden Plattformen dazu zwingen, eine kleine Gruppe von Regierungen priorisierter Organisationen zu bevorzugen – auf Kosten aller anderen.

Um diese Chance zu nutzen, muss Europa keine völlig neuen Institutionen erfinden. Es geht vielmehr darum, den Zugang zu den bestehenden Strukturen zu erleichtern. Indem wir Creator als zentralen Baustein der kreativen Zukunft Europas anerkennen, faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und behörden- sowie branchenübergreifende Zusammenarbeit ermöglichen, können wir tausenden weiteren Menschen in Europa helfen, aus einer kreativen Idee ein erfolgreiches Unternehmen zu bauen.

EU Creative Capital Report

Den vollständigen Bericht findest du hier