Zum Hauptinhalt springen

Neuigkeiten & Veranstaltungen

#NichtEgal 360°-Challenge-Gewinner: „Ich möchte, dass der Zuschauer am Ende denkt: Gott sei Dank ist das Video vorbei“

Durch Sabine Frank

Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz, Google Deutschland

Unter hunderten Einsendungen wurden im vergangenen Jahr im Rahmen des Videowettbewerbs #NichtEgal – Die 360°-YouTube-Challenge die besten Ideen für 360°-Videos ausgewählt. Mit professioneller Unterstützung von YouTube und verschiedenen Produktionsfirmen wurden drei Konzepte in den vergangenen Monaten umgesetzt. Wir freuen uns sehr, euch heute die eindrucksvollen Ergebnisse präsentieren zu können. Alle Beiträge bringen das Anliegen von #NichtEgal auf den Punkt: Hass hat bei uns keinen Platz.

1. Platz „Flucht“ von Philipp Leisner


Wie gefährlich es ist, vor Konflikt und Krieg zu entkommen, zeigt Philipp Leisner in seinem Video „Flucht“. Der Zuschauer begleitet hier eine flüchtende Familie. Dabei beginnt der Film im Zweiten Weltkrieg, wechselt zur innerdeutschen Grenze und endet in einem Auffanglager. Philipp spielt bewusst mit der Vergangenheit und der Gegenwart: „Ich möchte, dass Leute verstehen, dass Fluchtursachen zwar unterschiedlich sein können, aber Flucht Flucht ist“, sagt er. „Wenn ich nun von hundert Menschen, die sich das Video angucken, nur zwei zum Umdenken darüber anregen kann, dass nicht die Fluchtursache entscheidend ist, dann wäre das schon okay für mich.“ Philipp bekam für seinen Film prominente Unterstützung von Sängerin Jennifer Weist (Band Jennifer Rostock), 007-Bösewicht Anatole Taubman und Schauspielerin Melika Foroutan. 

2. Platz „Einfach abschalten“ von Johannes Auer

„Ich möchte, dass der Zuschauer am Ende denkt: Gott sei Dank ist das Video vorbei“, beschreibt Johannes Auer von Garteln seinen Kurzfilm. Das Video setzt den Zuschauer an einen Schreibtisch. Rund um die sitzende Person werden nach und nach immer mehr Nachrichten über Konflikte, Kriege und Gewalttaten eingeblendet. „Ist mir alles zu viel. Bin kurz offline“, kommentiert ein User im Chat. Schließlich zwingen die vielen Einflüsse auch den Zuschauer abzuschalten. Die Botschaft des Videos wird am Ende deutlich: Nachrichten lassen sich aus der Ferne jederzeit ausblenden, Involvierte haben diese Möglichkeit nicht – sie können nicht „einfach abschalten“. 

3. Platz „Schubladen“ von Kevin Schmutzler

Kevin Schmutzler von FilmCrewEnt möchte mit dem Beitrag „Schubladen“ Barrieren abbauen. Es geht darum, den anwesenden Personen näher zu kommen – Menschen, die zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben als Flüchtlinge bezeichnet worden. Darunter beispielsweise ein Arzt, eine ältere Frau und ein junger Mann. Sie berichten über das Leben in Deutschland, über ihre Hobbys, über das, was sie mit dem Begriff „Flüchtling“ verbinden. Das Video zeigt, dass man die Geflüchteten nicht ohne Weiteres in eine Schublade stecken kann. Sie sind Menschen wie du und ich. „Da ist nichts anderes. Nichts, was einem Angst machen müsste. Diese Gleichheit wollten wir veranschaulichen“, sagt Kevin. 

Ihr habt Interesse an der Produktion von 360°-Videos? Die Making-ofs der drei Gewinner-Videos könnt ihr euch hier ansehen: Making-of „Flucht“Making-of „Einfach abschalten“, Making-of „Schubladen”.

Hass ist uns #NichtEgal Die aufwendig produzierten Videos sind Teil der Initiative #NichtEgal – eine bis dato einmalige Kampagne für mehr Toleranz und Respekt von YouTube in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) sowie dem Mentorenprogramm Digitale Helden. Schirmherrin der Initiative ist die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. 22 der erfolgreichsten YouTube-Künstler Deutschlands unterstützen die Initiative mit einem gemeinsamen Video und mit eigenen Clips auf ihren Kanälen. Mit dabei sind unter anderem DieLochisDagiBeeBullshit TVSpace FrogsDiana zur LöwenDoktor AllwissendMrWissen2Go und die datteltäter.

Schülerworkshops in Hamburg und Berlin Hass gibt es natürlich nicht nur im Netz. Den Kampf für mehr Toleranz möchten wir auch offline fortführen. Neben dem Wettbewerb „#NichtEgal – Die 360°-YouTube Challenge“ gehören deshalb auch Schülerworkshops zur Initiative. An 40 Schulen bundesweit werden die Digitalen Helden mit weiteren Partnern in Workshops 1.000 Schülerinnen und Schüler als Mentoren ausbilden. In weiteren Workshops vermitteln diese dann bis zu 5.000 jüngeren Mitschülern, wie sie mit Hass im Netz umgehen und sich für Demokratie und Toleranz einsetzen können. Die ersten Workshops starten in Kürze in Hamburg, Berlin und weiteren Städten.

Als weitere Unterstützung erstellen die FSM und die bpb Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte, in denen die Rolle von Demokratie, Umgang mit Hate Speech und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit behandelt wird. Außerdem geben sie medienpraktische Anregungen z.B. für die Produktion von Videos. Die Materialien werden kostenlos zum Download angeboten.